10. Mai 2013

Galerie im Rathaus Lippstadt:

Sie sollten verbrannt sein -

Bücherverbrennung vor 80 Jahren - zur Erinnerung

15.30   Erich Kästner (A.K.)

16.00   Walter Mehring (H.W.)

16.30   Mascha Kaleko/ Max Hermann-Neiße (L.K./H.B.)

17.00   Klabund (R.H.)

17.30   Gertrud Kolmar/Else Lasker-Schüler (G.H./H.W.)

18.00   Kurt Tucholsky (L.K./A.K.)

18.30   Oskar Maria Graf/Armin T. Wegner (G.H./R.H.)

19.00   Alfred Kerr/Ödön von Horvath (N.G./G.H.)

19.30   Irmgard Keun (L.K.)

20.00   Alfred Polgar/Theodor Kramer (H.B./A.K.)

20.30   Ernst Toller (A.K.)

 

Mitwirkende: Herbert Blessau, Nina Gilbert, Dr. Rüdiger Holzbach, Gabriele Hüser, Linda Keil, Alfred Kornemann, Helga WissingBücherverbrennung vor 80 Jahren – zur Erinnerung

Juli 2012

A. Kornemann, H. Blessau, R. Holzbach, G. Hüser, L. Keil (v. links nach rechts)
A. Kornemann, H. Blessau, R. Holzbach, G. Hüser, L. Keil (v. links nach rechts)

 Mittwoch, 4.7.12 und am Freitag 6.7.12:

Slawomir Mrozek: 'Karol'

Wolfgang Hildesheimer: 'Pastorale oder Die Zeit für Kakao'

20. Januar 2012

Neues Projekt der Kammerspielgruppe:

Zum 90. Geburtstag von Thomas Valentin

 

am 20. Januar 2012, 20 Uhr in der Stadtbibliothek Lippstadt

 

Thomas Valentin, der bekannte Lippstädter Autor, wäre im Januar 2012 neunzig Jahre alt geworden. Die Valentin-Gesellschaft und die Kammerspielgruppe des Kunst- und Vortragsrings wollen in einer Gemeinschafsveranstaltung in der Kapelle der Thomas-Valentin-Stadtbücherei darauf aufmerksam machen.

Auf ganz unterschiedliche Weise wird dabei das Werk Thomas Valentins vorgestellt.

Eine bebilderte Lesung des Schauspiels „Familienbande“, das solo in Lippstadt aufgeführt wurde, steht im Zentrum. Prosawerke und Lyrik geben Einblick in das Schaffen des Autors. Besonders wichtig für ihn aber wurden die Fernsehspiele, wobei die Trilogie „Liebesgeschichten“ ein mehrfach wiederholter Fernseherfolg wurde. Ausgezeichnet mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold wurde das Fernsehspiel zu seinem Roman „Grabbes letzter Sommer“. Auch mit Ausschnitten aus diesen Fernsehspielen will die Kammerspielgruppe des Kunst- und Vortragsrings ein umfassendes Bild des Autors Thomas Valentin zu seinem 90. Geburtstag erstellen.

Drei Einakter von Tschechow

5. und 8. April 2011

Foto: M. Schulte
Foto: M. Schulte

Rezension im Lippstädter Stadtmagazin 'Leitplanke' (19. Jahrgang, Mai '11)

 

Perfekt gewählt hatte die Kammerspielgruppe des 'Kunst- und Vortragsringes' die drei Tschechow-Einakter, die sie Anfang April auf die Studiobühne brachte. Dass bei Der Heiratsantrag, Schwanengesang und Das Jubiläum nicht irgendwo grob gegen die Rolle besetzt werden musste (sonst gern mal eine Schwäche von Laientheater), erleichtert dem kleinen heimischen Ensemble natürlich die hervorragende Umsetzung der mal heiteren, mal melancholischen Miniaturen des großen Russen. Herbert Blessau verkörperte den etwas einfältigen Gutsherrn und den überforderten Bankdirektor ebenso glaubhaft wie Gabriele Hüser die dummdreiste Beamtengattin und Rüdiger Holzbach den missverstandenen Bräutigam in spe, den armen Theatersouffleur und den gestressten Bankangestellten. Und während Kammerspielgruppen-Leiter Alfred Kornemann ganz in der Rolle des in die Jahre gekommenen Mimen Swetlowidow aufging, bewies Linda Keil große Wandlungsfähigkeit und überzeugte ebenso als streitbare Gutsbesitzertochter wie als überkandieteltes Bankiers-Frauchen. Das zahlreich erschienene Premierspublikum wurde an diesem Abend mit Amateurtheater der gehobenen Art sehr gut unterhalten und revanchierte sich dafür völlig zu Recht freigiebig mit Applaus.

Günter Brandt

Fotos: Lars Nienaber

Gabi Hüser und Linda Keil
Gabi Hüser und Linda Keil

Das war`s. Nun ist es vollbracht:  5. und 8. April 2011 drei Einakter von Anton  Tschechow (Der Heiratsantrag, Schwanengesang, Das Jubiläum),  jeweis um 20 Uhr auf der Studiobühne des Lippstädter Stadttheaters.

 

 

 

 

 

Rezension in der Lippstädter Tageszeitung 'Der Patriot'

vom 7. April 2011

 

Das große Dreimaleins

Kammerspielgruppe des Kunst- und Vortragsrings führt Einakter von Anton Tschechow auf. „Der Heiratsantrag“, „Schwanengesang“ und „Jubiläum“ sind komisch und tragisch zugleich

Lippstadt - Es ist Frühjahr, irgendwo auf einem Gutshof in der russischen Provinz. Iwan Wassiljewitsch Lomow (Rüdiger Holzbach) hat sich nicht weniger vorgenommen, als um die Hand der Nachbarstochter Natalia (Linda Keil) anzuhalten. Mit umständlichen Worten und ohne die wahre Liebe zu kennen, will er sein Schicksal in die Hand nehmen. Natalias Vater (Herbert Blessau) ist, als er die erfreuliche Neuigkeit hört, völlig aus dem Häuschen, ahnt aber nicht, dass sich das traute Glück schon in seiner Entstehungsphase zu einer scheppernden Streitorgie entwickeln wird. Denn noch bevor Iwan die Frage aller Fragen stellen kann, fällt er mit der jungen Nachbarstochter in tiefen Streit.

Anton Tschechows „Der Heiratsantrag“ ist ein heiterer „Scherz in einem Akt“, mal mit Situationskomik gespickt, mal übertrieben komisch in seiner Handlung. Und genau der richtige Einstieg für einen kurzweiligen Theaterabend, präsentiert von der Kammerspielgruppe des Kunst- und Vortragsrings. Aber Tschechows Werk ist natürlich viel zu umfangreich und vielseitig, um lediglich mit einem eher untypischen Stück dargestellt zu werden. Auch aus diesem Grund hat sich die Spielgruppe um Regisseur Alfred Kornemann wohl dafür entschieden, an diesem Abend auf der Studiobühne des Stadttheaters Lippstadt gleich drei Einakter des russischen Dramatikers zu zeigen.

Der Einakter „Schwanengesang“ dramatisiert so den Abgesang eines alternden Provinzmimen (großartig: Alfred Kornemann), der nach seiner Verabschiedungsvorstellung am frühen Morgen - noch immer betrunken - allein in der Garderobe aufwacht. Das Dunkel des Theaters und die leeren Ränge konfrontieren ihn schließlich mit seinem Alter, seiner Austauschbarkeit, letztendlich sogar mit der Sinnfrage seiner Existenz. Nur im Dialog mit dem einzigen „Zuschauer“ in dieser Nacht, dem Souffleur, mit dem er alte Klassiker rezitiert, kann der 68-Jährige seiner Schwermut ein wenig entkommen. Beide Männer durchleben ein Auf und Ab der Gefühle, irgendwo zwischen Selbstmitleid und Verzweiflung. Bis das Licht für diesen Abend endgültig ausgeht.

In Einakter Nummer drei steht das Jubiläum einer Bank an. Der Angestellte Chirin tippt wild auf seiner Schreibmaschine, um die Jubiläumsansprache seines Bankdirektors in letzter Minute fertig zu stellen. Dieser kann derweil seinen Stolz kaum verbergen, die Bank erfolgreich durch die vergangenen Jahre navigiert zu haben. Vorfreude, aber auch Angespanntheit liegt in der Luft. Doch der Besuch des Direktors Gattin und der einer verwirrten Hausfrau (Gabriele Hüser) läuten das totale Chaos ein.

Anders als in die vorangegangenen Stücken versteht sich „Das Jubiläum“ als Psychogramm der auftretenden Charaktere. Da trifft der Frauenverächter auf den selbstverliebten Bankdirektor, die egozentrische Großstadtdame auf den naiven Kleingeist vom Lande. Für das Publikum nachvollziehbar wird das Ganze durch das schöne Spiel der Kammerspielgruppe, insbesondere Alfred Kornemann und Linda Keil geben ihren Figuren die benötigte Tiefe. Aber auch durch das schlichte, dennoch gelungene Bühnenbild samt Großleinwandprojektion können die Tschechow-Einakter an diesem Abend auf ganzer Strecke überzeugen. - lani

Die Proben

Ein Abend zu Robert Schumann (2010)

Thomas Valentin: Familienbande (2009)

Jean Anouilh: Ardèle oder das Gänseblümchen (2008)

Felix Mitterer: Sieben Todsünden (2007)

Die Kammerspielgruppe bringt vier davon auf die Bühne: Hochmut, Geiz, Neid, Unmäßigkeit

Die Anfänge im Jahre 2004:

Eugene Ionesco: Die kahle Sängerin